Bannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur Startseite
  • Link zur Seite versenden
  • Ansicht zum Drucken öffnen
 

Auf der Spur des Fadens: die 7b

06.​07.​2026

Gescher/Köln. Bereist zum dritten Mal arbeitet die Margot-Friedländer-Gesamtschule an den Projekten, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert werden. In diesem Schuljahr entdeckte die neugierige 7b die Bedeutung eines Fadens – und das wortwörtlich genommen.

Das Aufblühen der Textilindustrie zur Gründerzeit veränderte das Dorf Gescher, wobei deutliche Spuren der Textilindustrie vom Frühmittelalter bis zum heutigen Tag reichen. Diesen Spuren ist das Projekt gefolgt: von dem Webstuhl auf dem Museumshof, über die Fabrikantenvillen, hin zum historischen Huesker-Fabrikgebäude und die Pfarrkirche St. Pankratius. Die Reise führte aber auch zum LWL-Museum Textilwerk in Bocholt. Dort erfuhren die Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Klassenlehrerinnen Ellen Frenkel und Julia Hintemann durch Führungen und Workshops viel neues über die Herstellung der Fäden und Stoffe aus unterschiedlichen Materialien, sowie Fakten über den Aufbau und die Funktionen der Textilwerke. Zu bestaunen gab es die dampfbetriebenen Maschinen, wie sie vor 165 Jahren bei Huesker in Betrieb waren. Die Museumsmitarbeiterinnen Frau Holtkamp-Schlatt und Frau Ehling zeigten nicht nur die Produktions- und Maschinenhallen, sondern auch die Häuser und Gemüsegärten der FabrikarbeiterInnen. In der Gründerzeit luden die Gescheraner den Diözesanbaumeister Hilger Hertel den Älteren ein. Sie beauftragten ihn, die spätgotische St.-Pankratius-Kirche grundlegend zu erweitern und neugotisch umzugestalten, so wie es dieser Architekt in seiner Ausbildung in der Kölner Dombauhütte gelernt hatte. 

Die Klasse 7b folgte dieser Spur bis nach Köln. Die Kölner Erkundung begann jedoch bei der Zentralmoschee, zwei "Knoten" der Textilgeschichte sind dabei zu erwähnen. Noch zu den Zeiten der alten Seidenstraße gelangten neue Stoffe und Kenntnisse über den Islam nach Deutschland. Wie die Riesenführerin Sarah betonte: "Wir haben viel Gemeinsames!" Nach der Führung durch die Moschee und einem langen Gespräch ging die Reise weiter, in das Stadtzentrum von Köln.
Der Ausgrabungsleiter der Archäologischen Zone, Michael Wiehen, spann den Faden tief in die Geschichte hinein, bis zur Zeit des Römischen Reiches. Herr Wiehen berichtete, dass in Köln gerade ein außergewöhnliches Museum entsteht. Groß wie ein Fußballfeld und sechs Meter unter der Erde. Frühestens 2028 sollen die Besucherinnen und Besucher auf Entdeckungsreise gehen und jüdisches Leben im mittelalterlichen Köln erleben. Genau an dem Ort, an dem Jüdinnen und Juden einst lebten, arbeiteten und in der Synagoge beteten. Einige neue Funde konnte die Klasse als Repliken in der öffentlichen Museumsvitrine in der Unterführung unter dem Museum Ludwig und als Originale im Archiv der Archäologischen Zone bereits bestaunen.

Die Spurensucherinnen und Spurensucher bedanken sich bei Herr Wiehen für die außergewöhnlichen Einblicke. Der Archäologe zeigte sich beeindruckt von Wissbegier und Ausdauer der Gäste aus Gescher. „Ein großer Dank gilt an dieser Stell auch Frau Dr. Braun, die Leiterin des Programms „denkmal aktiv“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die die Exkursion erst ermöglichte“, betonte Kunstlehrerin Julia Hintemann.

Die Ergebnisse des Projektes "Den Faden nicht verlieren! Der Gründerzeit auf der Spur" werden am Bunten Abend gezeigt.

 

Bild zur Meldung: Auf der Spur des Fadens: die 7b

Fotoserien


Julia.Denkmal (06.​07.​2026)